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Erlebnisbericht meines Motorrad-Urlaubs auf La Palma mit MOTOTOURS | ||||||
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geschrieben von Kai Middelmann im Juni 2000 | ||||||
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| Die Entscheidung,
nach La Palma zu fliegen, war recht spontan. Zum Glück war Tanja von
MOTOTOURS sehr hilfsbereit und unbürokratisch und bestätigte mir
kurzfristig ein Leihmotorrad für 5 Tage und 2 geführte Touren.
Mittwochs kamen wir auf der Insel an, und Donnerstags stand das Motorrad bereit. Wir haben dann kurzfristig ausgemacht, die erste Tour sofort am Donnerstag zu machen. Also ging es morgens sehr früh von unserem Wohnort Brena Baja los nach Puntagorda (für die ca. 50 km braucht man tatsächlich 1,5 h. Aber dazu später mehr...) Beim Treffen an der Tankstelle das erste (und einzige) lange Gesicht – die XR hatte nur eine 1-Mann-Zulassung, so daß Touren mit meiner Bekannten erst einmal ausfielen. Wie hatten aber einen Leihwagen für den gesamten Urlaub (was übrigens mehr oder weniger üblich und notwendig ist auf der Insel). So war ich dann in der glücklichen Situation, bei den anderen Touren immer ein Begleitfahrzeug für Kamera, Wasser und leichteres Schuhwerk dabei zu haben. So ging es dann am Donnerstag los zur ersten Pisten-Tour. Heinz kam mit seiner Husky 610 (Super-Moto-Umbau), und wir machten die Tour nur zu zweit. Heinz warnte mich vor, daß die Reifen auf der XR zwar für die Pisten gut geeignet, auf der Straße aber bescheiden zu fahren sein. Das bestätigte sich dadurch, daß sie nach 5 Tagen fast runter waren. | ||||||
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Zum warm werden ging’s ein paar Kilometer über die Straße - ca. 3 Kurven/100 m, Heinz brannte mit seiner Super-Moto vorweg, und ich konnte in aller Ruhe mit der XR vertraut werden. Diese ist für die Insel ein ausgezeichnetes Gerät - ausreichende Leistung bei geringem Gewicht. Ich bin zwar kein blutiger Anfänger, aber auch kein Typ, der jede freie Minute auf der Cross-Piste unterwegs ist. Zu Hause fahre ich eine KTM 620 LC4, zu 95% auf der Straße, und daher kam ich ganz gut mit. Dann standen wir vor der ersten Piste – mein erster Gedanke - ich glaube ich will da gar nicht hoch. Doch das stand gar nicht zur Diskussion. Heinz gab mir noch ein paar kurze Einweisungen (möglichst viel im Stehen fahren, beim Drift das Gewicht auf die kurvenäußere Raste), und dann ging’s los. Die Staubfresserei begann ;-) |
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Wir fuhren dann verschiedene Aussichtspunkte an, die alle ein anderes, aber immer wieder faszinierendes Panorama boten. Dann, nach einem wie immer vorzüglichen und günstigen Mittagessen, kam das Highlight des Tages – der Anstieg zum Roque de los Muchachos. Schöner kann Endurofahren meiner bescheidenen Meinung nach nicht sein. Es ging über eine leicht ausgewaschene Piste mit Serpentinen, in denen ich meine Drift-Technik verfeinern konnte, später kamen kleine Sprunghügel, und als ich oben ankam, war ich zwar konditionell am Ende - aber die Mundwinkel hingen kurz vorm Ohr ;-) |
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Danach fuhren wir über Straße hinauf zum höchstem Punkt der Insel mit dem Observatorium. Dann trennten sich unsere Wege, ich fuhr die Straße vom Roque herunter über Santa Cruz nach Brena Baja. Im Hotel dann erst einmal ein paar "Dorada", um den Staub
herunterzuspülen – das war definitiv einer der besten Tage in meinem
bisherigen Leben ! | |||||
| Zwei Tage später ging es dann auf zur zweiten Tour. Morgens im Hotel ein wenig Sonnenmilch auftragen (der Faktor ist egal, das Zeug dient sowieso nur als Haftgrund für den Staub), dann die Fahrt von Brena Baja nach Puntagorda zum warm werden. Denn dann kam’s gröber. Wir fuhren wieder Richtung Norden, ein bißchen Straße, ein paar "normale" Pisten, und dann - eine Abfahrt. Direkt neben der Piste ging es steil bergab, ein Umfaller wäre verheerend gewesen. Dabei mords-steil, mit tief ausgewaschenen Längs- und Querrillen, das ganze noch mit Steinen bis zu Kopfgröße garniert. Am liebsten wäre ich abgestiegen und wieder hoch gelaufen, aber ein Teil in mir wollte da runter ! Also nochmal an die Worte von Heinz erinnert (1. oder 2. Gang, hinstellen, einfach laufen lassen) und jede Menge Adrenalin produzieren, dann ging’s irgendwie. |
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Unten war ich dann doch recht stolz auf mich und froh, es gemacht zu haben. Alleine wäre ich da nie herunter gefahren, doch dank Heinz, der mir locker vormachte wie es geht, habe ich meine Grenzen ein ganzes Stück erweitert. Unten erwartete uns dann eine schon fast Cross-Pisten-mäßige Landschaft und eine riesige Grotte, in die man hineinschauen kann. Wir sind dann die "Horror-Piste" wieder hoch gefahren (dabei kommt es einem dann doch ganz anders vor), dann nach einer Zeit zur Abwechslung einmal ein paar hundert Meter Kopfsteinpflaster ziemlich steil bergab (sollte man zwischen Vor- und Hauptspeise fahren ;-)), um sich dann im "El Bernegal" ein riesiges Steak für 16 DM einzuverleiben. Man kann sich übrigens problemlos zur Mittagszeit mit total eingestaubten Klamotten und Gesichtern in ein recht nobles Restaurant setzten, es wird noch nicht einmal komisch geguckt. | |||||
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Danach eine entspannte Fahrt über
Straßen zum Schmugglernest, das letzte Stück ist eine Offenbarung ! Eine
Serpentine nach der anderen, zum Teil supersteil, und man kann auf der
Rückfahrt immer wieder Touristen aufsammeln, die den Reiseführern glauben
und im Ort parken. Dieses Stück in der prallen Sonne hinunter- und wieder
hochzulaufen ist eine Mordstortour ! Auch wir retteten zwei Mädels, deren
Gesichtsfarbe weit im roten Bereich war ;-)
Nach einem letzten "Agua con gas" trennten sich unsere Wege wieder, und ich fuhr voller neuer Eindrücke und Erfahrungen nach Hause. |
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Wir haben uns dann noch vier Tage eine Dominator
geliehen, um ein paar gemeinsame Touren zu machen. Die ist ok, um zu zweit
über die Straße zu fahren. Sie hat eine gute Straßenlage, bequeme
Sitzposition auch für den Beifahrer, und ein bißchen holprig sind die
Straßen z. T. auch.
Ein weiteres Highlight unseres Urlaubs war eine Bootstour, bei der wir Delfine beobachten konnten (bloß fotografieren lassen sie sich schlecht...). | |||||
| Weiterhin ist das faszinierende Wetter von La Palma zu erwähnen. Durch den Berg in der Inselmitte, an dem die Wolken manchmal förmlich kleben, hat man auf einer Seite der Insel eigentlich immer gutes Wetter. Hervorstechend war ein Erlebnis, daß wir im Regen von einem Restaurant wegfuhren, um 20 Minuten später in der Sonne am FKK-Strand zu liegen... |
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Das Problem ist nur – um von A nach B zu kommen fährt man Kurven, Kurven, und nochmals Kurven. Wovon ich anfänglich nicht genug bekommen konnte, klar, aber nach ca. 10 Tagen wünscht man sich echt eine Autobahn, um einmal richtig Gas geben zu können und eine schnelle Alternative zu haben..... | ||||||
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Aber summa summarum – ein unvergeßlicher Urlaub, wirklich !!! | ||||||
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E-Mail Adresse von Kai Middelmann auf Anfrage | ||||||
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